Start MyBooks Kartoffel, Reis und Döner

                     Alles was du über
   Kartoffel, Reis und Döner wissen solltest




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Auszüge aus Kartoffel, Reis und Döner

Ich bin Deutsche, also in Deutschland geboren, deutschstämmig. Ohne Hintergrund, also ich habe schon einen Hintergrund,

ich kann auch sehr hintergründig sein, nur habe ich keinen Migrationshintergrund oder Immigrationshintergrund oder so. Wobei, haben wir den nicht alle, irgendwo und irgendwann einmal?
Mal ganz logisch betrachtet, wenn die Wiege der Menschheit in Afrika liegt, dann sind alle Menschen Ausländer, außer den Afrikanern. ...
... Sind Vorurteile nicht etwas Besonderes? Was wären wir ohne Vorurteile? Wir könnten uns überhaupt keine ausführliche Meinungen über jemanden bilden, den wir gerade erst kennengelernt haben. Dumm nur, wenn man von den vorgegebenen Normen der Vorurteile abweicht. ...
... Frauen können jenes nicht. Männer dieses nicht. Jung versteht Alt nicht, Alt versteht Jung nicht. Eltern sind so, Kinder ganz anders.
Christliche Moral, nicht menschliche Moral oder einfach Ethik. Ausländer müssen, sollen, sind, Deutsche wissen es besser.
Trennung, Spaltung, Abgrenzung und Unterschiede.
Mir geht es wirklich auf den Senkel. Ja, ich bin eine Frau und anders als mein Freund. Ich bin aber auch anders als meine Freundinnen. Das liegt in der Natur der Dinge. Wir sind alle anders als der Andere.
Na und?
Wenn ich nur die Unterschiede, nur die Abgrenzung im Auge habe, dann kann es kein Ganzes geben und dann kann ich auch niemanden in das große Ganze einbeziehen.
Unterschiede sind gut und wichtig, spannend und erfrischend, genauso wichtig ist es aber auch, Gemeinsamkeiten zu sehen, zu entdecken oder zu schaffen. ...
... Wo wir schon bei Gemeinsamkeiten sind, will ich ein extrem verbindendes Element erwähnen und zwar die Vorurteile.
Die Vorurteile sind auf beiden Seiten gar nicht so unterschiedlich, zumindest das Grundgefühl ist das Gleiche. Meistens resultieren Vorurteile aus einem Gefühl der Überlegenheit oder führen dazu, selbst wenn die Überlegenheit nur aus Unsicherheit entsteht.
Umso schlechter ich den Anderen darstelle, um so besser stehe ich da. Meine Sünden oder Verfehlungen schrumpfen, betone ich die des Anderen.
Stelle ich den Lebensstil der Anderen als falsch dar, kann meiner nur richtig sein. ...
... Und nun?
Nicht jeder muss einen oder mehrere ausländische Freunde haben. Und nicht jeder Ausländer braucht einen oder mehrere einheimische Freunde.
Freundschaft und Liebe sind keine Dinge, die man erzwingen kann. Was man aber machen kann, ist offen sein.
Ändern wir doch unsere Grundmeinung und lassen uns auf andere Menschen und Kulturen ein, geben wir ihnen wenigstens die Chance uns vom Gegenteil zu überzeugen.
Ich bin nicht böse, nur weil ich deutsch bin.
Der Türke ist nicht gleich ein Macho, nur weil er ein Türke ist.
Die Koreanerin ist nicht gleich unterwürfig, nur weil sie freundlich ist.
Die Italienerin spielt nicht automatisch hinterlistigen Fußball, nur weil sie Italienerin ist. ...


 

Warum solltest du mein Buch lesen, wo es so viele Bücher über Integration gibt?

Weil es gar nicht um Integration in meinem Buch geht, außerdem ist es von einer Kartoffelin geschrieben worden.

Ich verwende keine Statistiken, keine rassistischen Sprüche, mir geht es um ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Frauen, Männern und Kindern aller Art.
Mein Buch ist nicht dick, nicht langweilig, nicht weg vom Menschen.
Meine beste Freundin ist Deutsche mit koreanischen Wurzeln. Mein Partner ist Deutscher mit türkischem Pass. Steht das im Vordergrund? Nein, außer beim Essen.
Meine Freundin liebt Kartoffelsalat und Lahmacun. Mein Freund steht auf Gimchi und Mettwürstchen. Ich könnte mich in Kim-Bap und Dolma reinlegen.
Tut etwas für ein besseres Miteinander, fangt mit einem kleinen Schritt an, lest mein Buch, vielleicht ist das Fremde dann nicht mehr ganz so fremd.


 

Was will uns die Autorin damit sagen?

Wie bist du auf die Idee zu Kartoffel, Reis und Döner gekommen?

Eigentlich fing es mit einigen Artikeln rund um das Thema Vorurteile und Gegensätze an. Als dann erneut die Diskussion um Integration entbrannte, riss mir der Geduldsfaden und ich dachte, jetzt sag ich auch mal was dazu.

Und warum fühlst du dich prädestiniert etwas dazu zu sagen?
Entscheidend sind eigentlich zwei Gründe. Ich habe wirklich ein Problem mit diesem Rassismus-Scheiß. Rassismus herrscht übrigens auf allen Seiten.

Zudem ging es mir auf die Nerven, dass scheinbar immer Leute etwas zu sagen haben, die “Ausländer“ nur aus dem Fernsehn kennen, oder mal an einem vorbeigelaufen sind.

Und bei dir ist das anders?
Könnte man so sagen. Der Großteil meiner Freunde hat seine familiären Wurzeln in nahen oder fernen Ländern.

Was ist die Kernaussage deines Buchs?
Seht hinter die Nationalität! Jeder ist anders, egal wo er herkommt, also sollten wir auf die Gemeinsamkeiten sehen, anstatt immer auf die Unterschiede. Vor allem sollte man sich mit Respekt begegnen. Man muss sich nicht lieben, nicht mal verstehen, aber respektvoll miteinander umgehen.

Wie kann man das erreichen?
Wissen, Neugier, Respekt.

Allein mehr Wissen über andere Kulturen, Länder aber auch Ethik, kann Vorurteile abbauen oder ihnen entgegenwirken.
Neugier kann einen dazu bringen, auf das vermeidlich Fremde zuzugehen.
Respekt ist etwas Allgemeingültiges, was man allem Leben entgegenbringen sollte.

 

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